Die Woche steht irgendwie ganz im Zeichen von Schule und Kindern. Und das, obwohl ich mich schon vor einiger Zeit gegen das Lehramtsstudium entschieden habe. Manche Dinge kommen halt immer wieder auf einen zurück, offenbar.
Am Montag hatte ich eine Art Vorstellungs-/Besichtigungstermin an einer Gesamtschule in der Nähe, wegen eines Praktikumsplatzes. Diese Schule hat einen hohen Anteil an Migrantenkindern, die gezielt gefördert werden – und das nicht nur von ausgebildeten Lehrern. Das klang für mich ganz nett und ich dachte, vielleicht kann ich da ein bisschen aushelfen.
Mein erster Eindruck war…ANGST!
Ich hatte ganz vergessen, was für ein ekliges Gefühl es ist, der natürlichen Verachtung von Kindern voll ausgesetzt zu sein. Sie starren einen an, lästern ganz offen und manchmal hab ich schon Panik gehabt, dass sie gleich im Rudel auf mich zukommen und mit Kaugummi bewerfen. Ist vielleicht doof, sich als Erwachsener von Halbstarken einschüchtern zu lassen (nicht, dass ich das offen gezeigt hätte), aber ich kann nicht gut damit umgehen, so abgecheckt zu werden. Und die Zwerge sehen die Schule tatsächlich als ihr persönliches Revier an, sodass ich auf dem Weg zum Klassenraum erstmal spontan von der Seite angemacht wurde:
Halbstarker (lümmelt auf einem Tisch rum wie Graf Koks persönlich): “Sind Sie Lehrerin?”
Ich: (in der Hoffnung, dass sie mich dann in Ruhe lassen) “Noch nicht. Aber bald.”
Halbstarker: (tuschelt mit seinen Kollegen, guckt mich dann wieder an) “Was woll´n Sie dann hier?!”
…eh. War son bisschen wie beim Türsteher in der Disco. Die Klasse, die ich mir dann angucken durfte, war dann aber Gott sei Dank nicht so schlimm, eigentlich waren die alle ganz süß.
Alles Migrantenkinder, die noch nicht richtig Deutsch sprechen. Zuerst waren sie ein bisschen schüchtern, aber als ich dann bei der Stillarbeit rumgegangen bin, um ein bisschen zu helfen, sind sie aufgetaut. Ich denke, wenn die Schule mich nehmen will, könnte das ein ganz nettes und spannendes Praktikum werden. Morgen ruf ich die Dame mal an. >.<!
Gestern dann hab ich eine Familie in der Nachbarschaft besucht, die für einen Tag in der Woche abends einen Babysitter für ihren kleinen Sohn suchten. Eigentlich kann ich mit kleinen Kindern so gar nicht, aber da der Dreikäsehoch zu der Zeit immer schon schlafen wird (*dreimal auf den Tisch klopf*), könnte das okay werden. da ich wahrscheinlich bis in den April hinein im (unbezahlten) Praktikum stecke, kann ich das kleine bisschen Extrageld gebrauchen, und abends vorm Rechner hocken tu ich zuhause auch. |D
Es scheint, als ob das Haus meiner Mutter demnächst verkauft wird…es wird also langsam Ernst. Morgen schaut sie sich eine Wohnung an, hm. Man kann wohl im Moment nichts anderes machen als abzuwarten. Ich will aber auf jeden Fall demnächst, wenn es so schön sonnig bleibt, das Haus und den Garten von oben bis unten fotografieren. Ich will mir nicht vorwerfen müssen, dass ich keine Erinnerungen an mein Elternhaus habe.